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Kinderarbeit in Indonesien

September 2019

Medan

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Die Reportage beschäftigt sich mit der Thematik der Kinderarbeit in Indonesien Anfang September 2019. Bilder aus den Teilen eins und zwei wurden in Kooperation mit der Kindernothilfe e.V. und der Partnerorganisation PKPA erstellt und porträtieren zwei Kinder in Medan, der drittgrößten Stadt des Inselstaates.

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Dian* - Schulabbrecher und Kinderarbeiter. Seit mittlerweile drei Jahren arbeitet der 17-jährige Dian auf den Straßen Medans. Er, seine Mutter und zwei Geschwister arbeiten nicht nur auf der Straße, sondern leben dort quasi auch. Denn Wohnung oder zuhause kann die sechs Quadratmeter große, zusammengezimmerte Hütte direkt an der sechsspurigen Straße nicht genannt werden...
Ein normaler Arbeitstag für Dian hat elf Stunden. Am Vormittag hilft er seiner Mutter, von ihrem „Haus“ aus Eistee und Kaffee zu verkaufen. Da das Geld bei Weitem noch nicht ausreicht, repariert er dann Motorräder und befüllt die Reifen von anhaltenden Autos und Bussen mit Luft. Am Abend geht er durch die, vor der Ampel wartenden Autos und singt seine Lieder. Die typische Art der Straßenmusik.

Das Problem von Schulabbrechern ist, dass sie gerne wieder zur Schule gehen würden, es aber aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht können. Denn sie sehen keine Chance darin, die Schule zu besuchen und nebenbei Geld zu verdienen.

Die dreizehnjährige Indah* lebt in einem Viertel von Medan, wo Tag für Tag der Müll der Stadt abgeladen wird. Dementsprechend beißend ist der Geruch. Ein normaler Tag im Leben von Indah beginnt am Morgen mit Haushaltsaufgaben wie putzen und waschen. Nachdem sie von der Schule (Junior High School) heimkehrt und Mittag zu sich nimmt, geht es mit Arbeit weiter. Beim Nachbarn sortiert sie Becher und Plastikflaschen. Von den Bechern entfernt sie die Schutzfolie mit einem Cutter Messer, von den Flaschen den Deckel und den Inhalt - zwei Stunden lang, für 2.000 Rupiah die Stunde, das sind umgerechnet circa 15 Cent. Weitere zwei Stunden schält Indah die Frucht namens Jengkol, damit sie und ihre Mutter diese an den Markthändler weiterverkaufen können. Nachdem sie Hahn und Schwein im Hinterhof füttert und noch einmal Arbeiten im Haushalt erledigt, geht sie ins Bett.
Indah wird nicht zur Arbeit gezwungen. Doch ohne die Arbeit könnten sie und ihre Schwester nicht die Schule besuchen. Sie sieht es als Möglichkeit und ist dankbar, dass Sie ihre alleinerziehende Mutter finanziell unterstützen kann. Doch auch wenn sie die Arbeit gerne erledigt, hat sie sich lange für die Arbeit geschämt. Durch PKPA hat sich das geändert und sie weiß nun, dass sie nicht alleine ist.

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„It‘s Time To Talk!“ ist ein internationaler Kampagnen- und Forschungsprozess, in dem derzeit 25 Kinderkomitees, wie zum Beispiel die deutsche Kindernothilfe oder die französische terre des hommes zusammenarbeiten. Das Ziel der Kampagne „It‘s Time to Talk! - Ansichten der Kinder zur Kinderarbeit “ ist, arbeitenden Kindern und Jugendlichen eine Stimme zu geben und diese in verschiedenen Aspekten zu unterstützen. Die Kinder sind zwischen 10 und 18 Jahre alt und kommunizieren für sie selbst relevante Antworten, Perspektiven und Forderungen, um ihr Leben zu verbessern. Die Kinder verrichten Arbeiten unterschiedlicher Art. Manche helfen „nur zuhause“, andere Arbeiten in Ausbeutung und manche sogar in moderner Sklaverei. „It‘s Time to Talk!“ bietet den Kindern durch lokale, nationale und auch internationale Treffen die Möglichkeit ein Gehör zu finden. Im Rahmen der Kampagne wurden rund 1.800 Kinder aus 36 Ländern zu ihrer Situation befragt. Das große Ziel ist, Ausbeutung von Jungen und Mädchen zu verhindern und das Wohlergehen und die Entwicklung der Kinder zu fördern.

Kinderarbeit in Indonesien

Oktober 2019

Sidoarjo

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„Save Street Child Sidoarjo“ setzt sich in der indonesischen Stadt Sidoarjo für Kinderarbeiter, deren Rechte und Bildung ein. Neben materieller Hilfe in Form von Schulfinanzierung, Nahrungsmitteln oder Kleidung werden die Kinder auch bei rechtlichen Fragen, wie zum Beispiel der Schulanmeldung oder anderen „Regierungsangelegenheiten“ unterstützt. Mittels Monitorings in den Schulen werden die Probleme frühzeitig erkannt und den Kindern wird auf verschiedenen Wegen Hilfe und Bildung geboten. Unterricht und Exkursionen sollen an dieser Stelle beispielshaft erwähnt werden.

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Am Samstag, den 12.10.2019, habe ich Satria* (12) bei der Arbeit begleitet. Zwei Mal in der Woche fährt er mit seiner Großmutter eine große Runde in Sidoarjo, um Pappe und Plastikflaschen zu sammeln. Die Materialien finden sie am Straßenrand, in großen Müllcontainern oder auf der Mülldeponie. Die Tour dauert circa drei Stunden bei 35 °C und brennender Sonne. Das gesammelte Material lagern sie zunächst in ihren Häuslichkeiten und richten es für den Weiterverkauf her. Von den Flaschen wird der Deckel entfernt, der restliche Inhalt entleert, bevor sie dann zusammengefaltet werden. Immer wieder bekommen er und seine Großmutter Essen oder ein Getränk von Straßenhändlern geschenkt. Auch kleinere Geldbeträge werden Satria und seiner Großmutter gegeben. Das Einsammeln des „Abfalls“ ist die einzige Einnahmequelle der Familie. 

*(Alle Namen vom Fotografen geändert)

Jeden Samstag versammeln sich die Freiwilligen von „Save Street Child“, um die Kinderarbeiter zu unterrichten. Die Kinder kommen aus armen Familien, welche auf die Arbeit von ihnen angewiesen sind. Sie arbeiten zum Beispiel als Verkäufer, Straßenmusiker oder Müllsammler. Jede Tätigkeit birgt unterschiedliche Risiken, denen die Kinder (tagtäglich) ausgesetzt sind. Bei den Familien handelt es sich oft um alleinerziehende Mütter oder gesundheitlich eingeschränkte Eltern, welche nicht in der Lage sind einen Job auszuüben. Neben dem Vermitteln von Gesundheits-, Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen im Haushalt und auf der Arbeit werden die Kinder unter anderem in ihren Schulaufgaben unterstützt. Gemeinsame Aktivitäten helfen den Kindern außerdem im sozialen Umgang mit ihren Mitmenschen.

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Besuch der Waisenschule

August 2019

Yogyakarta

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